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Kurse, Touren & Reisen

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Ohne Auto in die Berge
Infos & Tipps

“Who needs a car anyway? – Enjoying the mountains around Vienna and getting there by public transportation” – so lautete der Titel einer Präsentation, die ich im April 2016 beim Alpenverein Austria halten durfte. Die zentrale Botschaft damals war eine doppelte – und sie ist nach wie vor unverändert gültig.

Von Peter Backé (AN 4/2020)


© Peter Backé

Erstens: Man braucht kein Auto, wenn man von Wien aus in die Gebirgszüge der näheren und etwas ferneren Umgebung fahren möchte, um dort zu wandern oder bergzusteigen. Es gibt zahlreiche Touren, die auch ohne Auto sehr gut machbar sind – in den letzten Jahren sind es sogar noch mehr geworden, denn das Öffi-Angebot im Freizeitverkehr wurde in einigen Regionen Ostösterreichs nach Jahren der Ausdünnung endlich wieder spürbar verbessert. Und zweitens: Ohne Auto alpin mobil zu sein, macht Vergnügen und Freude!
Die Reisezeit bei Öffi-Touren ist zwar meistens länger als mit einem Pkw, aber sie lässt sich auch ungleich besser nutzen. Auf der Hinfahrt ist Zeit für ein erstes oder zweites Frühstück, für letzte Touren-Vorbereitungen oder für Gespräche mit anderen Bergfexen, ob sie nun zur eigenen Gruppe gehören oder nur dieselbe Verbindung gewählt haben – am Outfit erkennt man gleich, wer zu einer Alpin-Unternehmung unterwegs ist. Mit anderen Worten: Die Tour beginnt bereits mit der Anreise.

Streckenwanderungen und Überschreitungen mit Öffis
Auch wenn die Anfahrt etwas zeitaufwändiger war: Sobald man am Ausgangspunkt ankommt, ist man auch schon startklar. Kein mühsames Parkplatzsuchen, kein zeitaufwändiges Umziehen und Umpacken.
Oft erwähnt, und das ganz zu Recht, ein weiteres Plus: Start- und Endpunkt einer Öffi-Tour können identisch sein, müssen es aber nicht. Mehr noch: Mit ein wenig Übung kann man sich vorab mehrere mögliche Routen mit unterschiedlichen Zielorten zurechtlegen und unterwegs – nach Lust und Laune – die eine oder die andere Streckenführung wählen.
Nach einer Tour entfällt das anstrengende Chauffieren zurück nach Hause. Sobald man in den Bus oder in den Zug einsteigt, ist nur mehr Entspannung angesagt. Und vielleicht sogar eine Nachbetrachtung im Speisewagen, falls man im Schnellzug unterwegs ist. Selbst wenn der Zug mit 200 km/h dahinbraust: In die Gefahr, einen Strafzettel zu kassieren, kommen Öffi-Wanderer wohl kaum. Ganz zu schweigen von dem Umstand, dass sie unterwegs auch keine
Autoschlüssel verlieren können...


© Peter Backé

Öffi-Tourenportale und -Wanderbücher erleichtern die Planung
Selbstverständlich kann es auf Öffi-Wanderungen auch Probleme geben: Vor allem Verspätungen und versäumte Anschlussverbindungen sind hier zu nennen. Zum Glück sind Züge und Busse in unseren Breiten zumeist pünktlich – aber Fakt ist: So wie es im Autoverkehr Staus und Pannen gibt, halten hin und wieder auch Öffi-Verbindungen nicht. Dann ist Kreativität gefragt, spontanes Umdisponieren auf eine spätere Verbindung oder vielleicht auch auf eine andere Tour. Nicht selten folgt – so meine Erfahrung – auf ein Hoppala bei der Anreise ein besonders schöner Tourentag.
Wesentlich einfacher als früher ist heute die Planung der Hin- und Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Denn zum einen lassen sich Öffi-Verbindungen bequem im Internet recherchieren. Und zum anderen gibt es immer mehr Quellen für die Planung von Öffi-Touren. Neben Bahn-und-Bus-Wanderführern und Broschüren sind hier Tourenportale und Blogs zu erwähnen. Besonders empfehlenswert ist www.bahn-zum-berg.at: Die Tourenberichte auf dieser Plattform sind nach Startorten geordnet und von den Autoren und Autorinnen persönlich erwandert worden – das garantiert, dass die Touren mit Öffis gut durchführbar
sind, sprich, dass Start- und Zielorte an das Bahn- und Busnetz angebunden sind und dass es Verbindungen zu wandererfreundlichen Zeiten gibt. In jeden Bericht ist eine Online-Fahrplanabfrage eingebunden, in der bereits die Haltestellen angeführt sind, an denen die Tour beginnt und endet. Man muss also nur mehr Wunschdatum und Wunschzeit eingeben und bekommt binnen weniger Sekunden alle Bahn- und Bus-Verbindungen angezeigt, die es gibt.

Freizeittickets für Bahn und Bus
Ansonsten gelten für Öffi-Touren die allgemeinen Regeln der Tourenplanung. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Wetterprognose, die Verhältnisse vor Ort, das Routenstudium und die Wahl der richtigen Ausrüstung zu legen. Außerdem ist es ratsam, Angehörige über die Tour und die voraussichtliche Zeit der Heimkehr zu informieren.
Oft lassen sich Zug und Rad bei der An- und Abreise ideal verbinden, sei es, weil man die „letzte Meile“ vom Bahnhof zum Beginn einer Wanderroute überbrücken möchte, oder weil man das Fahrrad auch am Berg zur Auf- und Abfahrt nutzen möchte. In letzterem Fall ist allerdings darauf zu achten, dass die gewählte Route auch tatsächlich für Radfahrerinnen und Radfahrer freigegeben ist.
Tagestickets ermöglichen eine kostengünstige Anreise auch für all jene, die nur selten mit den Öffis unterwegs sind: Einfach-Raus-Ticket für Kleingruppen – gültig in Zügen des Nahverkehrs, unter der Woche erst ab 9 Uhr, am Wochenende ganztags; Freizeittickets für Einzelreisende – in Nahverkehrszügen und Bussen, erhältlich für Fahrten an Samstagen, Sonntagen oder Feiertagen in Wien und Niederösterreich (gegen Aufpreis auch inkl. Burgenland) sowie für die Steiermark.

Tipps für Einsteiger:
- Wählen Sie für Ihre ersten Öffi-Touren Bergregionen, die Sie bereits kennen.
- Nutzen Sie Informationsmaterial und Tourenplanungs-Tools wie www.bahn-zum-berg.at, die spezifisch auf Öffi-Touren ausgerichtet sind.
- Bevorzugen Sie anfangs Touren, deren Ausgangspunkte Sie mit Direktverbindungen erreichen können: von Wien aus sind das per Zug Payerbach-Reichenau, Semmering, Mürzzuschlag; mit dem Bus Hainfeld, das mittlere Traisental und das Mariazeller Land.
- Planen Sie Ihre Tour mit Zeitpuffern.
- Achten Sie darauf, dass es mehrere Rückfahrtmöglichkeiten gibt, damit Sie auch dann sicher wieder nach Hause kommen, wenn Ihre Tour länger dauern sollte als erwartet.
- Schließen Sie sich anderen Öffi-Wanderern und -Bergsteigern an – so gelingt der Einstieg am besten, und macht auch am meisten Spaß.

Tourentipp:
Bushaltestelle Kasten/Lunz am See Töpperbrücke – Lechnergraben – Ybbstaler Hütte – Höllgraben – Bushaltestelle Stiegengraben Ybbsbrücke.
An- und Abreise mit dem Zug nach Scheibbs oder Waidhofen/Ybbs, weiter mit den Bussen der Mostviertellinien. Von der Ybbstaler Hütte bieten sich Noten und Dürrenstein als Gipfelziele an. Varianten:
a) Überschreitung über die Herrenalm mit Abstieg nach Langau: Rückfahrt mit dem Rufbus bis Mariazell (Sa/So/Fei während der Wandersaison, zusätzlich Do/Fr
in den Sommerferien), weiter per Zug.
b) Abstieg durch das Seebachtal, dann am Südufer des Lunzer Sees entlang nach Lunz: Rückfahrt mit dem Bus nach Scheibbs oder Waidhofen/Ybbs, weiter per Zug.


© Peter Backé

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