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Österreichischer Gletscherbericht 2018/9
Sammelbericht über die Gletschermessungen des Österreichischen Alpenvereins im Jahr 2019

Das Gletscherhaushaltsjahr 2018/19 ist als Ursache des Klimawandels erneut als sehr gletscherungünstig zu charakterisieren. Von den 92 Gletschern, die 2019 beobachtet wurden, zogen sich 86 (93,5 %) zurück, 5 blieben stationär, d. h. sie veränderten sich in ihrer Länge um weniger als +/-1 m, und einer wies einen geringfügigen Vorstoß auf. Der mittlere Rückzugsbetrag der 84 sowohl 2018 als auch 2019 vermessenen Gletscher betrug -14,3 m und lag damit unter dem Wert des Vorjahres (-17,2 m, berechnet für 76 Gletscher) und sehr deutlich unter dem Extremwert des Jahres 2016/17 (-25,2 m, 75 Gletscher). Auch alle übrigen Messungen und Beobachtungen bestätigen die anhaltende Gletscherungunst. Die im niederschlagsreichen Winter aufgebauten Schneereserven schützten bis weit in den extrem warmen Sommer hinein große Teile der Gletscher vor der Abschmelzung, was den Gletscherschwund gegenüber dem Vorjahr etwas einbremste.

Von Marie-Luise Eckelsberger (7.4.2020)


Ochsentaler Gletscher 1973                                                 Ochsentaler Gletscher 2019

Der Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins bilanziert seit 129 Jahren wie es in wissenschaftlicher Hinsicht um unsere heimischen Gletscher bestellt ist. Dr. Gerhard Lieb und Dr. Andreas Kellerer-Pirklbauer, beide vom Institut für Geographie und Raumforschung an der Universität Graz, sind aktuell die Leiter des Alpenverein-Gletschermessdienstes und haben heuer 19 Berichte von 24 verantwortlichen "Gletschermessern" und ihren insgesamt ca. 50 Begleitpersonen  für 18 Teilgebiete, die sich auf 12 Gebirgsgruppen aufteilen, zusammengefasst. Die Messkampagnen wurden zwischen 20. August und 25. Oktober ohne Zwischenfälle durchgeführt.

Beobachtungs- und Messergebnisse

Für das Gletscherhaushaltsjahr 2018/19 liegen konkrete Messwerte von 84 Gletschern vor, von 8 weiteren konnte – in der Regel aus Fotovergleichen – die Tendenz eindeutig festgestellt werden. Von diesen 92 Gletschern waren 86 (93,5 %) im Rückzug, 5 verhielten sich stationär, d. h. ihre Längenänderung blieb innerhalb der Spanne zwischen -1 m und +1 m, und einer stieß geringfügig vor. Im Jahr zuvor lagen diese Informationen für 93 Gletscher vor, von denen 89 im Rückzug (95,7 %), vier stationär und keiner im Vorstoß waren. An den 84 Gletschern, an denen Längenmessungen durchgeführt wurden, erfolgten die Einzelmessungen von 251 (im Jahr zuvor 257) Messmarken aus. Bei den 6 Gletschern, an denen abweichende Bestimmungsmethoden verwendet wurden, die die Messwerte für alle einzelnen Gletscher beinhaltet, anstelle der Zahl der Marken ein X. Die 8 Gletscher, an denen keine Messung, wohl aber eine Abschätzung der Tendenz möglich war, sind in der Tabelle am Fehlen eines Zahlenwertes und an der Abkürzung F erkennbar. Im Mittel verloren im Berichts-jahr 2018/19 die 84 Gletscher, für die Werte der Längenänderung aus konkreten Messergebnissen berechnet werden konnten, 14,3 m an Länge. Dieser Betrag bedeutet eine deutliche Reduktion des Längenverlustes gegenüber den beiden Vorjahren (2017/18: -17,2 m für 76 Gletscher, 2016/17: -25,2 m für 75 Gletscher) und liegt auch unter dem Mittel der letzten 10 Jahre (-16,9 m). In der in Abbildung  3  gezeigten langjährigen  Reihe seit 1960 liegt der aktuelle mittlere Rückzugsbetrag mit Rang 14 jedoch im vorderen Viertel der Werte.

10 stärksten Rückgänge

No.GletscherLängenverlust (in m)
1Bärenkopfkees (Glocknergruppe, Salzburg) - 86,9
2Ochsentaler Gletscher (Silvrettagruppe, Vorarlberg) - 86,7
3Schweikertferner (Ötztaler Alpen, Tirol) - 86,3
4Karlingerkees (Glocknergruppe, Salzburg) - 71,7
5Pasterze (Glocknergruppe, Kärnten) - 60,0
6Weißseeferner (Ötztaler Alpen, Tirol) - 50,0
7Alpeinerferner (Stubaier Alpen, Tirol) - 42,7
8Berglasferner (Stubaier Alpen, Tirol) - 37,8
9Diemferner (Ötztaler Alpen, Tirol) - 31,4
10Gepatschferner (Ötztaler Alpen, Tirol) - 30,0

 

Der mittlere Rückzugsbetrag der 84 sowohl 2018 als auch 2019 vermessenen Gletscher betrug -14,3 m und lag damit unter dem Wert des Vorjahres mit -17,2 m (berechnet für 76 Gletscher) und sehr deutlich unter dem Extremwert des Jahres 2016/17 mit -25,2 m (75 Gletscher).

Der einzige Gletscher mit Vorstoß: Maurerkees (Glocknergruppe, +2,2 m)

Stärkste Rückgänge pro Gebirgsgruppe

No.GebirgsgruppeGletscherLängenverlust (in m)
1GlocknergruppeBärenkopfkees - 86,9
2SilvrettagruppeOchsentaler Gletscher - 86,7
3Ötztaler AlpenSchweikertferner - 86,3
4Stubaier AlpenAlpeinerferner - 42,7
5VenedigergruppeViltragenk - 27,0
6DachsteinGr. Gosaugletscher - 18,0
7Zillertaler AlpenWaxeggkees - 7,0
8SchobergruppeGößnitzkees - 6,7
9GoldberggruppeGoldbergkees - 6,4
10Ankogel-HochalmspitzgruppeKälberspitzkees - 4,5
11GranatspitzgruppeKalser Bärenkopfkees - 2,8
12Karnische AlpenEiskar-Gletscher - 2,5

 

Stärkste Rückgänge pro Bundesland

No.BundeslandGletscherLängenverlust (in m)
1SalzburgBärenkopfkees - 86,9
2VorarlbergOchsentaler Gletscher - 86,7
3TirolSchweikertferner - 86,3
4KärntenPasterze - 60,0
5ÖberösterreichGr. Gosaugletscher- 18,0


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